Warum ich Sprachnachrichten über 2 Minuten einfach nicht überlebe!
- Rene Oliver

- vor 15 Stunden
- 1 Min. Lesezeit

Ich sag’s wie es ist:
WhatsApp-Sprachnachrichten über zwei Minuten sind kein Kommunikationsmittel. Das ist ein Podcast. Und ich hab den nicht abonniert.
Wirklich. Wenn ich sehe „2:37“, krieg ich Puls. Ab drei Minuten ist es kein Update mehr, es ist eine Lebensbeichte. Und ich stehe da im Supermarkt zwischen Tiefkühlpizza und Hafermilch und soll mir jetzt akustisch dein komplettes Wochenende reinziehen?
Ich bin 32. Ich habe keine Zeit. Also theoretisch schon. Aber nicht für sowas.Das Problem ist ja: Man weiß nie, was kommt. Vielleicht ist es wichtig. Vielleicht aber auch nur: „Alsooo… pass auf… ich dachte erst… nee warte…“ Und ich höre mir das an wie so ein True-Crime-Hörspiel, nur ohne Crime.
Und warum fangen Sprachnachrichten immer an mit: „Ich mach’s ganz kurz“?
Nein. Machst du nicht. Das sehen wir beide. 3:14. Und dann dieses Atmen ins Mikro. Dieses Rascheln. Dieser eine Moment, wo man merkt: Ah, jetzt sucht die Person nach dem roten Faden. Ich suche währenddessen nach dem Button „Zusammenfassung anzeigen“.
Ich hab mittlerweile Taktiken. 1,5-fache Geschwindigkeit. Manchmal 2-fach. Klingt dann wie ein aufgeregtes Streifenhörnchen, aber wenigstens bin ich schneller durch. Und das Beste? Am Ende kommt oft: „Ja, also meld dich einfach.“ Wofür hab ich jetzt 2:52 investiert? Ich hätte auch einfach „Okay“ schreiben können.
Kurze Sprachnachrichten liebe ich. 20 Sekunden. Präzise. Effizient.
Alles drüber ist kein Voice-Note mehr. Das ist ein Hörbuch.
Und ganz ehrlich? Wenn es länger als zwei Minuten ist, ruf einfach an.
Dann kann ich wenigstens zwischendurch sagen: „Ja. Mhm. Krass.“
Und so tun, als wäre ich emotional komplett dabei.
Euer René Oliver



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